
„Kultur braucht Raum und Freiheit“
„100 Ideen für Geiselhöring“ befasste sich mit den Möglichkeiten mehr Kultur in Geiselhöring zu etablieren - „Kulturstammtisch“ beim Bürgerfest
Bei der ersten „100 Ideen für Geiselhöring“-Veranstaltung am vergangenen Mittwoch in der Taverne Korfu hatte sich die Geiselhöringer SPD das Thema „KULTUR“ gewählt. Ziel war es, die Möglichkeiten auszuloten, mehr Kultur in Geiselhöring zu etablieren, „denn Kunst und Kultur haben eine herausragende Bedeutung für die Gesellschaft und die Bürgerschaft vor Ort. Sie spiegeln gesellschaftliche Debatten wider, sie bieten Reibungsflächen zur Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, sie weisen über das alltägliche Geschehen hinaus“, positioniert sich Ludwig Kerscher in der Veranstaltung. “ Dabei setze eine gute Kultur auf Innovation, einen offenen Austausch, Raum für Kreativität, Toleranz, Loyalität und respektvollen Umgang miteinander. All dies seien Themen, an denen es in Geiselhöring mangele.
Kultur braucht Raum
Seit Jahrzehnten gibt es bei Städtebauprojekten in Geiselhöring im Vorfeld eine Bürgerbeteiligung und seit ebenso vielen Jahrzehnten äußern Bürgerinnen und Bürger die gleichen Wünsche: „Gewinn an örtlicher Attraktivität und Lebensqualität durch mehr Kultur“ – allem voran wünschten sich die Teilnehmer einen Begegnungs- und Veranstaltungsort im Stadtzentrum. Dies käme nicht nur der Jugendarbeit und dem Vereinsleben zugute, sondern könnte auch „regelmäßige gesamtstädtische Besuchsanlässe“ erzeugen, was wiederum durch zusätzliche Frequenz am Standort Stadtmitte Gastronomie und Gewerbe freuen würde, so Ortsvorsitzende Barbara Kasberger.
Unsere Innenstadt verändern sich rasant – Leerstand, soziale Entmischung und der Verlust von Begegnungsorten sind nur einige der Herausforderungen. „Gleichzeitig wird Kultur – gerade auch Subkultur – mehr denn je gebraucht: als Motor für Stadtentwicklung, als Impulsgeberin für gesellschaftliche Debatten, als Raum für Teilhabe“, ergänzt SPD-Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher. „In Geiselhöring gibt es zu wenig Räume für Kunst und Kultur. Es gibt kein Kulturzentrum, Auftrittsorte für Bands sind rar, Proberäume und Bühnen für Darstellende Künste, Ausstellungsmöglichkeiten zeitgenössischer Künste fehlen“, so Franz Bayer mit dem Verweis auf die vielen Gebäude, die in Geiselhöring leer stehen. „Kultur braucht Freiräume zum Leben. Neben Orten zum Malen und Musizieren ist damit auch eine offene Geisteshaltung gemeint. Der Platz und die Offenheit werden in Geiselhöring immer weniger“, stellt eine Teilnehmerin fest. „Kulturschaffende brauchen Vertrauen und Freiheit um sich entfalten zu können!“
Kultur braucht Freiheit
„Zu Kultur zählt eigentlich alles, was vom Menschen geschaffen oder gestaltet wurde und wird. Auch die Art und Weise, wie das Zusammenleben der Menschen gestaltet ist, gehört dazu“, ergänzt Schriftführer Rainer Pasta. Dazu gehörten zum Beispiel Sprache, Religion, Wirtschaft, Kunstgegenstände, Musik, Literatur, Traditionen und Bräuche. Es sei unmöglich sich nicht mit Kultur zu befassen. Kultur gebe Raum dafür, seine eigene Identität zu entwickeln.
Als Resümee konnte die Diskussionsrunde zusammenfassen: „Kunst und Kultur brauchen eine Lobby, um bei allen Stadtratsfraktionen die Ideen, Anliegen, Forderungen und Wünsche der Kulturschaffenden und Kulturinteressierten in die Diskussion einzubringen“. Es gibt eine Reihe etablierter Vereine oder Künstler, die in Geiselhöring Kultur schaffen und repräsentieren. Es gibt aber sicher genauso viele Kulturschaffende, die keine Möglichkeiten haben, ihre Ideen umzusetzen. Ortsvorsitzende Barbara Kasberger schloss den Abend mit der Einladung der SPD an die Bürgerinnen und Bürger, sich am Bürgerfest nächstes Wochenende zum Kulturstammtisch der „100 Ideen für Geiselhöring“ zu treffen und ihre Sicht der Dinge zu diskutieren.