Die neue Vorstandschaft vor der Traditionsfahne der SPD Geiselhöring (mit Heinz Uekermann und Chrisine Schrock)Die Neuwahlen beim SPD-Ortsverein am vergangenen Freitag in der Pizzeria „Gardasee“ in Geiselhöring brachten eine weitere Verjüngung der Vorstandschaft. Mit Johannes Faden, Helga Janker, Brigitte Wessely, Josef Eisenhut und Anja Wessely wurde ferner vor allem auf die Ausgewogenheit der Geschlechter Wert gelegt und die Führungsmannschaft mit zusätzlichen Positionen beim Orga-Team und bei den Beisitzern auf eine breitere Basis gestellt. Neben einem Grundsatzreferat des UB-Vorsitzenden Heinz Uekermann zu den aktuellen politischen Gegebenheiten vom Landkreis bis zum Bund, diskutierten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung u.a. die Folgen der Schließung des Faurecia-Standortes Geiselhöring und erörtertern Möglichkeiten zur Unterstützung der betroffenen Arbeitnehmer.
Ortsvorsitzender Johannes Faden konnte, neben den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins, den neugewählten Unterbezirksvorsitzenden Heinz Uekermann begrüßen. Der Fraktionsvorsitzende der Kreistags-SPD beschwor die für eine soziale Politik nötige Basisarbeit in der SPD und bekräftigte die Ziele seiner Partei in der Region Straubing: das Landtagsmandat von Reinhold Perlak zu verteidigen und zusammen mit dem Stimmkreispartner, dem Landkreis Regen, das Bundestagsmandat für Michael Adam zu gewinnen. Heinz Uekermann referierte ausführlich über die Folgen der Landespolitik, die immer mehr Aufgaben von oben nach unten delegiert, ohne aber die nötigen Finanzmittel bereit zu stellen. „In diesem Zusammenhang ist es unverständlich, dass die CSU-Bürgermeister eine Erhöhung der Kreisumlage bestimmten und damit in ihren eigenen Gemeinden die Verschuldung erhöhen“, so der SPD-Kommunalpolitiker zur Erhöhung der Kreisumlage vor wenigen Wochen, und bemängelte:. „Der Kreistag verabschiedete einstimmig eine Petition an die Staatsregierung, die die Umverteilung von Kosten zu Lasten der Kommunen kritisierte, und stimmte dann im eigenen Haus einer Kostenumverteilung von oben nach unten mehrheitlich zu.“. Weiter befasste sich Uekermann mit der Bildungspolitik und dem absehbaren Scheitern der Mittelschulkonzepts der Staatsregierung. „Die Übertrittszahlen sind für das kommende Schuljahr ebenso dramatisch wie im vergangenen Jahr. Die Mittelschulreform hat hier nichts gebracht – und den schwarzen Peter für das Scheitern der Reform wird die Staatsregierung den federführenden Bürgermeistern zuschieben“, so Heinz Uekermann. Als Alternative forderte Uekermann, selber von Beruf Lehrer, die Einführung der von der SPD geforderten Gemeinschaftsschule. Weiter referierte Uekermann zur „Schwarzen Null“ der Landesregierung, und dem Schattenhaushalt mit mehr als 10 Mrd. Euro Verbindlichkeiten, der diesen ermöglicht hat, und forderte eine kompetente Umwelt- und Energiepolitik – auch im Bund.
Freiheit, Gleichheit und Solidarität
Johannes Faden begeisterte die anwesenden SPD-Mitglieder mit einem bebilderten Rechenschaftsbericht zu den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit. Die Aktivitäten des Ortsvereins, ebenso wie die Finanzlage – vorgestellt von Kassier Josef Eisenhut – seien vielversprechend und zeugten von einer soliden Arbeit der scheidenden Vorstandschaft, der die Versammlung mit Applaus die Entlastung erteilte. Faden betonte die Ausrichtung seiner Amtsführung auf den Erhalt der sozialdemokratischen Werte – Freiheit, Gleichheit und Solidarität – sowie das Ziel des Ortsvereins durch eine starke SPD die Zukunft Geiselhörings mit neuen Ideen und transparenter Politik menschlicher und erfolgreicher zu gestalten. Faden bedauerte die Irritationen die eine „isolierte Meinung aus Berlin“ im Wertesystem der SPD verursachen konnte und forderte ein konsequentes Einstehen gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit, wie die SPD vor Ort und in der Region dies seit langem tue. Der Ortsvorsitzende forderte aber auch eine konsequente Umsetzung der Ergebnisse der Ortsvereinsbefragung in der SPD ein. „Vorschläge kamen hier von den OVs genug – jetzt gilt es diese umzusetzen!“
Weiterhin aktives Umsetzung des SPD-Wahlprogramms
Johannes Faden betonte die Bedeutung der kommunalen und regionalen Politik für die Menschen in Geiselhöring und im Labertal. „Rund 80% der täglich in Anspruch genommenen staatlichen Leistungen bestimmt die Kommunalpolitik ausdrücklich mit“, so Faden. Die Auswirkungen fehlender Mindestlöhne, sozialer Ungerechtigkeit und unbewältigter Aufgaben, die aus der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft resultierten, müssten die Kommunen vor Ort bewältigen. Der Ortsvorsitzende betonte die aktive Rolle, die die SPD im gesellschaftlichen Leben Geiselhörings spiele und versprach auch weiterhin ein aktives Umsetzung des SPD-Wahlprogramms bei gesellschaftlichen Angeboten wie den Bonhoeffer-Wochen, oder dem Kleinen Widerstand im Labertal, der wirtschaftliche Entwicklung/Tourismus (VIA NOVA), im Umweltschutz (Atomausstieg) und bei sozialer Gerechtigkeit (Bürgerversicherung).
Die neue Vorstandschaft: deutlich verjüngt und noch ausgewogenerDeshalb überraschte es nicht, dass Johannes Faden einstimmig als Ortsvorsitzender wiedergewählt wurde. Die beiden Stellvertreter-Posten gingen ebenfalls einstimmig an Helga Janker und Brigitte Wessely. Als Kassier wurde Josef Eisenhut bestätigt, und als Schriftführerin Neumitglied Anja Wessely gewählt. In Anbetracht der kommenden Wahlen wurde der Posten des Orga-Leiters gestärkt und mit Alois Janker und Walter Wirth besetzt. Auch bei den Beisitzern gab es Zuwachs: neben 3. Bürgermeister Harry Büttner und Rainer Pasta wurde Ralf Neisser, Leiter des AWO-Seniorenheims in Geiselhöring, gewählt. Als Revisoren wurden Katharina Eisenhut und Hans Janker bestätigt, als Delegierte für die Kreiskonferenz fungieren für die nächsten 2 Jahre Johannes Faden, Helga Janker und Rainer Pasta, bei der Unterbezirkskonferenz vertritt Johannes Faden den OV Geiselhöring.
Die neue Vorstandschaft setzte sich mit dem Ausbau der sozialen Angebote in Geiselhöring sowie der Mitgliederneuwerbung für die kommenden zwei Jahre hohe Ziele. Gerade die Schließung des Faurecia-Standortes Geiselhöring zeige, so Johannes Faden, dass die wirtschaftliche Entwicklung – trotz aller positiven Signale am Arbeitsmarkt - vor allem für den ländlichen Raum eine dauernde Gefahr darstelle und dies die Entscheidungen der Kommunalpolitik umso mehr gewichte. Die SPD könne zwar nicht die unternehmerischen Entscheidungen beeinflussen, aber die betroffenen Menschen, die neben wirtschaftlichen Einbußen auch persönliche Niederlagen hinnehmen müssten, benötigten jede nur mögliche Unterstützung.