Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher und Landratskandidat Oskar Saller sowie die beiden Ortsvorsitzenden Barbara Kasberger und Marco Lang vor dem historischen, aber mittlerweile heruntergekommenen Gritsch-Hof
Vom Schandfleck zum Aushängeschild
Ludwig Kerscher stellt Landratskandidat Oskar Saller wichtige Themen vor: Zukunft des Gritsch-Hofs
Beim Themenspaziergang der Geiselhöringer SPD mit Landratskandidat Oskar Saller am vergangenen Samstag stellten Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Ludwig Kerscher und die beiden Ortsvorsitzenden Barbara Kasberger und Marco Lang zentrale Punkte des Wahlprogramms der Geiselhöringer SPD vor.
Viele kennen den Parkplatz im Gritschhof vom Besuch des Christkindlmarkts, der Freilichtspiele oder des Open-Air-Kinos. Wenige wissen über die Geschichte des Areals Bescheid, so Ludwig Kerscher in seiner Vorstellung. Das weit über 200 Jahre alte Gasthaus in der Regensburger Straße 1a und 1b gegenüber dem Rathaus, zu dem auch eine eigene Brauerei gehörte, war um die Jahrhundertwende Eigentum des Brauereibesitzers Karl Redlbacher, dessen Geschlecht früher in Geiselhöring sehr einflussreich war. Hier wechselten schon die Postillione der Thurn- und Taxis’schen Postkutschen ihre Pferde aus, die in den zahlreichen Ställen untergebracht wurden. Dieses Gebäude kann wohl auf die älteste und bedeutendste Vergangenheit der Geiselhöringer Gaststätten zurückblicken. Den älteren Bürgern Geiselhörings ist es noch unter dem Namen „Zur Post“, "Fischerwirt" und "Waagscheitl" in lebhafter Erinnerung. Zurzeit hat darin der Eva-Plenninger-Festspielverein ein Zuhause gefunden und hat in enormer Eigenleistung vieler Mitglieder einige Räume eingerichtet.
Es fehlt am Willen und an Phantasie
Landratskandidat Oskar Saller fühlte sich gleich an das „Gasthaus zur Post“ in Straßkirchen erinnert. Auch hier handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude als wichtiger Bestandteil des Ortsbildes und seiner Geschichte. Auch die Gemeinde Straßkirchen hat dieses prägende Objekt erworben und plant eine Sanierung. „Mit dem Erwerb des Gritsch-Hofes, wie das Areal heute genannt wird, sicherte sich die Stadt die Möglichkeit für sinnvolle Entwicklungen im Zentrum“, griff Ludwig Kerscher die Parallele wieder auf. „Doch für eine zielführende Maßnahme fehlt es erneut am Willen und der nötigen Phantasie. So wurden sich im Stadtrat bereits Gedanken über eine Veräußerung auf Basis einer Projektvergabe gemacht, hierbei ist von einem altersgerechten Wohnen über ein privat-öffentliches Konferenzzentrum bis hin zu einer möglichen Nachnutzung für den Landkreis und den Kreisjugendring als Jugendtagungshaus vieles möglich - für Letzteres muss jedoch auf die Entscheidung der Kreisverwaltung gewartet werden", wusste Kerscher zu berichten.
Beispielhaftes aus Oberfranken
Dem SPD-Bürgermeisterkandidaten schwebt hierzu aber eine andere Lösung vor. Er hat sich im Vorfeld des Termins mit einem vergleichbaren Projekt im Landkreis Wunsiedel in Oberfranken vertraut gemacht. In der Ortsmitte von Kirchenlamitz entstand aus dem ehemaligen Gasthof „Goldner Löwe“ ein Ort der Begegnung. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde mit großer Unterstützung von Städtebaufördermitteln und Einbeziehung des Denkmalschutzes ein barrierefrei zugängiges Begegnungszentrum mitten im Herzen der Gemeinde für alle geschaffen. Neben einer neuen Stadtbücherei wurden Multifunktionsräume geschaffen. Die Räumlichkeiten des „Goldnen Löwen“ stehen heute für Schulungen, Tagungen, Versammlungen, Ausstellungen, Konzerte etc. zur Verfügung. Zusätzlich wurde im Obergeschoß moderner, barrierefreier und sozialer Wohnraum geschaffen. Auch von außen präsentiert sich das neue Wohn- und Kulturhaus wieder als Schmuckstück, so Ludwig Kerscher zu seiner Vision.
Anpacken statt zaudern
Landratskandidat Oskar Saller lobte die Idee des jungen Bürgermeisterkandidaten und meinte, dass der Landkreis viele solcher „Anpacker“ brauche, viel zu lange seien die Zauderer am Werk gewesen. Kerscher räumte ein, dass ein solches Projekt nur in einer schrittweisen Umsetzung immer angepasst an die verfügbaren finanziellen Mittel umsetzbar sei.