
SPD Landratskandidat Oskar Saller (li.) diskutierte mit dem Verteidigungspolitiker Christoph Schmid, MdB (re.), seine Idee zur Rettung der Klinik Bogen
„Die Klinik Bogen in Frage zu stellen, ist unerklärlich“
SPD-Landratskandidat Oskar Saller hält an seiner Idee zur Zivil-Militärischen Zusammenarbeit fest
Am Rande der Podiumsdiskussion "Wehrpflicht & Verteidigungsfähigkeit - bröckelt das NATO-Bündnis?" letzte Woche in Hauzenberg traf sich SPD-Landratskandidat Oskar Saller mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Christoph Schmid, um ihm den Sachstand der Klinik Bogen darzustellen. Saller machte deutlich, dass die Region vom vorderen bayerischen Wald bis weit in den Gäuboden auf das Krankenhaus als sicherer Gesundheitsversorgung angewiesen ist – und die Bundeswehr davon profitieren könnte. Das nächste Bundeswehrkrankenhaus sei in Ulm – 275 Kilometer entfernt, zitierte Saller dazu das Landratsamt.
Christoph Schmid ist Mitglieder des Verteidigungsausschusses und fungiert zudem als stellvertretender verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Christoph Schmid war auch drei Legislaturperioden Bürgermeister der Gemeinde Alerheim und ist seit 2014 Mitglied im Kreistag Donau-Ries, also ein sehr erfahrener Kommunalpolitiker. Und da das Gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) Donau-Ries Kliniken Krankenhäuser in Donauwörth, Nördlingen und Oettingen sowie vier Seniorenheime betreibt, mit den Problemen kreiseigener Krankenhäuser bestens vertraut.
Neben der Krankenhausreform und der Nähe zu Straubing wäre im Moment nur ein sogenannte Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen (süV) möglich, stellte Oskar Saller die Situation in Bogen kurz dar. Weitere Möglichkeiten würden gerade in einem Gutachten erörtert, wobei es eher schlecht bestellt sei, dass die Klinik aufgewertet werde, so Saller weiter. Anschließend stellte Saller dem Verteidigungspolitiker seine Gedanken zu einer zivil-militärischen-Zusammenarbeit dar. „Es könnten Synergie-Effekte sowohl für die Gesundheit als auch für die Sicherheit initiiert werden“, bekräftigte Saller seine Idee.
Oskar Saller zeigte sich dabei überzeugt, dass eine Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) auch für einen Katastrophenfall eine gute Abdeckung für ganz Südostdeutschland biete. Saller verwies auf die Situation und Erfahrungen während der Corona-Pandemie an. „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Krankenhaus Bogen auch die Klinik in Straubing, entlastet. Außerdem sind viele qualifizierte Arbeitsplätze daran geknüpft. Bogen ist die größte Stadt im Landkreis und ausgewiesenes Mittelzentrum“, rundete Saller seine Argumentation ab.
Christoph Schmid konnte die Bedeutung der Klinik Bogen sowohl für die Wirtschaft, die Region als Gesundheitsversorger und auch den großen Nutzen für das Militär bestätigen. Auch die Auswirkungen einer eventuellen Umstrukturierung in ein süV waren für ihn nachvollziehbar. Die mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf die Ärztestruktur in Bogen seien nicht von der Hand zu weisen, so Schmid. Neu-Ansiedlungen von Fach-Ärzten ortsnahen Krankenhaus, seien fraglich, stellten Schmid und Saller unisono fest.
Nach dem aktuellen Bericht im Wochenblatt, dränge sich der Eindruck auf, so Saller, dass das CSU-geführte Landratsamt sich mit der Situation abgefunden habe und nur noch eine Sparvariante für Bogen im Sinn habe, um das Kreisdefizit zu vermindern. Man spiele hier auf Zeit und wolle das angesprochene Gutachten abwarten. Die Möglichkeit einer Zivil-Militärischen Zusammenarbeit würde schon jetzt abgelehnt, obwohl es „noch keine konkreten Ansatzpunkte und Lösungsvorschläge, wie die zivil-militärische Zusammenarbeit flächendeckend im Zusammenspiel zwischen den einzelnen verantwortlichen Ministerien und zwischen Bund und Ländern ausgestaltet und vor allem umgesetzt werden könnte“, wie aus einer Projektgruppe der bayerischen Krankenhausgesellschaft über zivil-militärische Zusammenarbeit zu erfahren sei. Christoph Schmid, als Mitglieder des Verteidigungsausschusses, sah das viel positiver und kündigte einen spontanen Besuch der Klinik in Bogen an, um sich persönlich ein Bild über die Situation vor Ort zu machen. „Die Klinik Bogen in Frage zu stellen, ist für ihn eigentlich unerklärlich“, erklärte Oskar Saller zum Ende des Treffens.