
Die Delegierten und Kandidaten des SPD-Kreisverbandes mit Kreisvorsitzendem Martin Kreutz ( erste Reihe, 4. v.li.), stellv. UB-Vorsitzendem Marvin Kliem (1. Reihe, 6.v.re.) und OV-Vorsitzendem Heinz Uekermann (letzte Reihe, 5.re.) stehen geschlossen hinter ihrem Landratskandidaten Oskar Saller (vorne Mitte)
SPD spielt mit Oskar Saller auf Sieg
LandkreisSPD wählt Landratskandidaten – Kampfansage an „Weiter so!“
Zwei Aufstellungsversammlungen binnen drei Wochen hat die LandkreisSPD auch noch nicht gehabt. Nach der erfolgreichen Wahl der Bewerberinnen und -Bewerber für den Kreistag Mitte Dezember in Straßkirchen, erfolgte am vergangenen Montag, kurz vor Meldeschluss, die Wahl des Landratskandidaten im Saal des Gasthauses „Fischer Veri“ in Mitterfels. Mit einstimmiger Mehrheit wurde Oskar Saller aus Bogen, SPD-Mitglied seit dem 2. Januar 2026, zum Landratskandidaten gewählt.
SPD-Kreisvorsitzender Martin Kreutz begrüßte u.a. den stellvertretenden SPD-UB-Vorsitzenden und Straubinger Ortsvorsitzenden Marvin Kliem sowie Ortsvorsitzenden Heinz Uekermann aus Mitterfels. Martin Kreutz zeigte sich sehr erfreut, dass die LandkreisSPD nun einen vierten Kandidaten ins Rennen um den Landratsposten schicken kann.
SPD als soziale Alternative
Der Mitterfelser Ortsvorsitzend Uekermann und der stellvertretende UB-Vorsitzende Marvin Kliem setzten in ihren Grußworten erste Pflöcke für den anstehenden Kommunalwahlkampf. Während Uekermann auf die Problemfelder im Landkreis einging, und ein „weiter so“ nicht als zielführend ansah, erinnerte Kliem an die historische Verantwortung der SPD den blaubraunen Rattenfängern sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Paroli zu bieten. Die SPD sei die echte Alternative und garantiere den sozialen Zusammenhalt. „Wir haben unsere Listen voll. Wir halten die Fahne hoch. In ganz Niederbayern gibt es nun für alle Oberbürgermeister- und Landratsposten SPD-Kandidaten, die sich zur Wahl stellen – von wegen die SPD sei tot!“ so Kliem in seinem Schlusssatz.
Martin Kreutz als Versammlungsleiter einstimmig bestätigt, arbeitete die nötigen Regularien gekonnt ab und erteilte dem Bewerber Oskar Saller das Wort für seine Bewerbungsrede. Oskar Saller stellte sich eingangs persönlich vor und beschrieb seinen beruflichen und politischen Werdegang. Dabei legte er Wert darauf, dass er seine politische Karriere 1986 als CSU-Ortsvorsitzender in Oberalteich begann. Er kenne die Hochs und Tiefs der Kommunalpolitik, er kenne aber auch die Höhen und Tiefen als Unternehmer und Mensch. „Die SPD ist die Partei, in die ich schon viel früher hätte eintreten müssen“, setzte Saller ein erstes Ausrufezeichen: „Die SPD ist die Partei, die für soziale Gerechtigkeit, für Chancengleichheit und das Wohl der Menschen steht.“
„Am 8. März 2026 über die Arbeit der vergangenen Jahre entscheiden“
Die SPD müsse wieder als starke politische Kraft wahrgenommen werden, sie dürfe sich nicht weiter unter Wert verkaufen, so Saller weiter. „Die Arbeit der vergangenen Jahre muss am 8. März Früchte tragen, wenn die Bürgerinnen und Bürger über die geleistete Arbeit und die zukünftigen Ziele entscheiden. Die Kandidaten der SPD sind Menschen, die mit Herzblut und Sachverstand für eine bürgernahe Politik eintreten“, sandte Saller bei diesem „besonderen Neujahrsempfang“ als donnernde Botschaft für die Kommunalwahl aus. Ihm sei es wichtiger für eine demokratische Partei zu kämpfen, als Populisten zu verfallen. Es gehe ihm um eine Politik der Menschlichkeit, einen funktionierender ÖPNV, eine stabile Gesundheitsvorsorge, gerechte Bezahlung, Respekt, Ehrlichkeit und Transparenz – „dies sind für mich keine leeren Phrasen, sondern das Fundament meiner Arbeit!“
Als Zuhörer erkannte man, hier hat sich jemand Gedanken gemacht: „Ideologie ist kein Standpunkt, sondern eine Vision – aber Politik muss das Machbare gestalten.“ Saller erkannte, dass die Belange im Bayerischen Wald andere sind als die im Gäuboden oder im Labertal. Er zeigte sich überzeugt, dass man, „wenn man die Bürger einbezieht und gemeinsame Lösungen sucht, Berge versetzen kann!“
Der Landkreis Straubing-Bogen: „Das Fundament voller Risse, ein eindeutiger Sanierungsfall“
Wie sehr er sich in diese Belange eingearbeitet hat, zeigt seine „Landkreisanalyse“: „Der Landkreis Straubing-Bogen ist ein Sanierungsfall, das Fundament voller Risse!“ Ein „weiter so“ dürfe es nicht geben. „Damit ist jetzt Schluss!“, so seine Kampfansage. Dieses harte Urteil begründete Saller anschließend mit Fakten und versprach Gegenmaßnahmen. Als „Fehler im System“ machte Saller die Aufgabe der Berufsschule in Bogen aus, die vielen Betrieben die Auszubildenden kostete. Nun mache man mit der Berufsschule in Mitterfels den gleichen Fehler – ohne Internat hätte die Schule keinen Bestand. Die Investitionen des Kreises und die eingebrachten Fördergelder wären verloren. Gleiche gelte für das Krankenhaus Bogen: Hier wären in den letzten Jahrzehenten 30 Millionen Euro in das Haus investiert worden, das Überleben überließe man unfähigen Gesundheitsministerinnen auf Bunde und Landesebene. Saller versprach den Ausbau eines Gesundheits-Campus-Bogen. Weiter ging es mit dem „kleinen Hochwasserschutz“ abseits der Donau: Die klimabedingten Schadensereignisse würden sich in den kommenden 20 Jahren versiebenfachen, so Saller – ein Hochwasserschutz bei Starkregenereignissen durch interkommunale Zusammenarbeit unter Federführung des Landratsamtes wäre seine Lösung. Schließlich stellte der SPD-Kandidat einen sozialen Rettungsschirm für kleine Handwerks- und Familienbetriebe in Aussicht. „Was der Bund und das Land für Großbetriebe macht, muss der Landkreis für seine Firmen ebenfalls leisten können!“ Weiter versprach Saller die Kreisumlage auf unter 48 Prozent zu drücken, nur so könnten die Gemeinden weiter ihren Aufgaben nachkommen. Oskar Saller erklärte der Zuhörerschaft auch, wie er das bewerkstelligen wolle: „Das Landratsamt muss digital und effizient werden – der modernste Dienstleister Bayerns“. Die Jugendarbeit, die medizinische Versorgung, die Senkung der Kreisumlage wolle er zur „Chefsache“ machen. 2026 würden die Weichen neu gestellt. Es brauche Mut zur Veränderung und er, so Oskar Saller, wolle mit der KreisSPD Geschichte schreiben – was nicht weniger bedeutet als die Vorherrschaft der CSU zu brechen.
In der anschließenden Aussprache brachen Beate Seitz-Weinzierl und Claudia Ebner eine Lanze für den Kandidaten und so war es nicht verwunderlich, dass auch diese Abstimmung mit 100 Prozent zu Gunsten Oskar Sallers als SPD-Landratskandidaten ausfiel. Dieses wegweisende Ergebnis begleitete Norbert „Schrauber“ Stenzel mit seiner Gitarre und dem SPD-Lied.