Steckbrief:
Name: Ludwig Kerscher
Partei: SPD
Alter: 30 Jahre
Beruf: Diplom-Verwaltungs-Informatiker
Familienstand: ledig
Wohnort: Geiselhöring
Politische Ämter: Stadtrat
Ehrenamt: Vorsitzender Frohsinnschützen Hadersbach, Mitglied Freiwillige Feuerwehr Hadersbach, Geiselhöring bleibt BUNT, Volleyball Club Eitting
Video-Präsentation

Modern, solidarisch, bunt und vor allem lebenswert: So stellt sich Ludwig Kerscher, Bürgermeisterkandidat der SPD, die Zukunft Geiselhörings vor. Er findet, dass die Stadt trotz leerer Kasse Perspektiven entwickeln muss – damit es Spaß macht, hier zu leben.
Ideen haben und die Bürger dabei mitnehmen Neu denken, Ideen haben, eingefahrene Gleise verlassen: Das ist nur ein Teil dessen, was dem 30-jährigen IT-Spezialisten für Geiselhöring vorschwebt. Der andere, ebenso wichtige Teil besteht darin, die Bürger „mitzunehmen“. Dazu gehört für ihn, um nur ein Beispiel zu nennen, eine frühzeitige öffentliche Debatte und Information
Hier ein kleiner Einblick in seine Zukunftsvorstellungen für Geiselhöring:
- Die Schulsanierung muss angegangen werden Erstes Ziel ist die Grund und Mittelschule, die auch er als gebürtiger Hadersbacher besucht hat. Dass das nicht so einfach ist angesichts der leeren Stadtkasse, ist aber auch klar. Trotzdem, findet Ludwig Kerscher, muss die Schulsanierung bald angegangen werden – schlicht deshalb, weil sie erforderlich ist. Ein Projekt wie eine solche Sanierung müsse langfristig geplant werden, doch genau das, eine Strategie für die Zukunft, fehle in der Stadt Geiselhöring, und zwar in allen Bereichen. Ein entscheidendes Kriterium für die Handlungsfreiheit einer Kommune biete ein Kommunalunternehmen, wie z.B. Schierling habe, so Ludwig Kerscher. In Geiselhöring wurde dies zwar schon mehrmals angedacht, aber immer wieder auf die lange Bank geschoben, berichtete Ludwig Kerscher. „Damit muss jetzt Schluss sein“.
- Ein wichtiges Thema: die Kosten für die anstehende Kläranlagenertüchtigung. „Ich setze mich für Transparenz und Gerechtigkeit ein, auch für Mieter. Es sollte nicht passieren, dass Vermieter ihren Anteil sofort und in vollem Umfang auf die Mieter abwälzen können.“ Doch auch Eigentümer und Vermieter sollen moderat zur Kasse gebeten werden, denn die Kläranlage muss sich von Gesetzeswegen her alleine durch die Beiträge der Nutzenden, also den Bürgerinnen und Bürgern sowie der wasserintensiven Betriebe tragen, so Ludwig Kerscher. Hier wurde versäumt, rechtzeitig die Abwasserkosten anzuheben und ausreichend Rücklagen zu bilden, kritisierte der Bürgermeisterkandidat. „Nun kann es sein, dass Grundstücksbesitzer schnell mit mehreren Tausend Euro zur Kasse gebeten werden! Das ist mit der SPD nicht zu machen“.
- Neues Wohnen in der alten Malzfabrik: 59 Wohneinheiten mit 35 bis 100 Quadratmeter großen, attraktiven Wohnungen in den vier Obergeschossen, drei Arztpraxen und ein Tagescafé im Erdgeschoss sowie ein Wellnessbereich im Untergeschoss Die Firma Bauart GmbH aus Amberg als neue Besitzer des denkmalgeschützten Industriegebäudes bringt Leben in die alte Industriebrache und mildert die Wohnungsnot. „Leider wurde keine Sozialwohnungs-Quote von 20 Prozent festgesetzt, die für solch eine große Wohnanlage verpflichtend sein sollten“, bedauert Ludwig Kerscher. Bei der Besichtigung ist die Stimmung jedoch positiv, da sich an diesem historischen, denkmalgeschützten etwas tut und neues Leben eingehaucht wird, ein Mehr für Geiselhöring. Als Bürgermeister will Kerscher versuchen, gegen die Leerstände in der Innenstadt anzugehen, das Gespräch mit den Eigentümern suchen und gemeinsam mit ihnen Konzepte für neue Wohnungen zu schaffen. Kerscher bringt auch die Kreiswohnungsbau Gesellschaft mbH Straubing-Bogen ins Spiel, die natürlich auch einmal in Geiselhöring tätig werden müsse.
- Wirtschaft: Als Bürgermeister würde Ludwig Kerscher versuchen, gegen die Leerstände in der Innenstadt anzugehen, dabei das Gespräch mit den Eigentümern suchen und gemeinsam mit ihnen Konzepte finden. Eine Idee um wieder Leben in die Geschäfte zu bringen, wäre für begrenzte Zeit verbilligte Mieten für Startups zu gewähren. „Es wäre doch besser, wenigstens ein bisschen Miete zu bekommen statt gar keine.“
- Thema Bahnhof und ÖPNV: Seit Jahren vergammelt dieser Bahnhof und ein barrierefreier Ausbau wird zwar immer wieder in Aussichtgestellt, aber nicht umgesetzt. „Und barrierefrei heißt hier nicht nur behindertengerecht, sondern auch nutzbar für Radfahrer und normale Reisende“, so Ludwig Kerscher, der hier vor allem die Passivität der Stadt kritisiert. Auch Landratskandidat Oskar Staller stimmt dieser Kritik auf Landkreis eben zu. „Gab es unter MdL Reinhold Perlak noch regelmäßige „Bahngipfel“ und damit eine Ansprache der Verantwortlichen bei Bahn und Staatsregierung, so ist seit dessen Ausscheiden nichts mehr passiert. Landrat und Bürgermeister vor Ort interessiert es einfach nicht oder sie wollen es sich mit der Staatsregierung nicht verscherzen!“ Die LandkreisSPD strebe Mobilität für Jung und Alt an und deshalb den massiven Ausbau des bedarfsorientierten Verkehrs und eine bessere Taktung auf den Hauptverkehrsachsen, damit jeder Ortsteil im Landkreis auch ohne eigenes Auto sicher und günstig erreicht werden könne. Dies bedeute einen zuverlässigen und modernen öffentlichen Nahverkehr, der durch digitale Angebote ergänzt werde, so Saller. „Hierzu gehört“, so ergänzte Ludwig Kerscher, „auch das Labertal in den RVV einzubinden und endlich die Labertalbahn zu ertüchtigen. Dies bedeute auch verbilligte Schüler und Azubi-Tickets nutzen zu können.“ Für Geiselhöring sei es absolut wichtig, die eine Rad- und Busverbindung Geiselhöring-Sünching (Bhf) zu schaffen. Mit dem Radweg sei man auf einem guten Weg – die Busverbindung habe außer der SPD niemand auf dem Schirm.
- Thema zukunftsfähige Mobilität: Ludwig Kerscher will für die Stadt ein umfassendes „Verkehrskonzept Innenstadt“, das Fußgänger, Fahrradfahrer und den motorisierten Verkehr berücksichtigt. Hier müsse der Schwerpunkt bei den Fußgängern und Fahrradfahrern liegen, so Kerscher, denn bisher wurde bei den Planungen hauptsächlich der Aspekt „Auto“ berücksichtigt. Für Kerscher sind hier zusätzliche BehindertenParkplätze und sichere Straßenquerungen ein absolutes MUSS. Zur zukunftsfähigen Mobilität gehöre, so Kerscher weiter, auch eine Ertüchtigung des E-Ladenetzes und ein Car-Sharing-Angebote. Er bedauert, dass dieses Angebot nach Ablauf einer Projektphase im vielen Landkreisgemeinden wieder eingestellt wurde – anstatt es auszubauen und attraktiver zu machen.
- FreizeitAngebote sorgen für Lebensqualität. Und auch bei Angeboten rund um Kultur und Freizeit sollte die Stadt ihre Bürger mitnehmen beziehungsweise ihnen entgegenkommen: Egal ob das Freibad „Laberrutsch’n“ oder das artsof-love-Benefizfestival im Freizeitgelände: „Sowas macht Lebensqualität aus“. Dabei spielen auch die örtlichen Vereine eine wichtige Rolle, wie er aus seiner eigenen Vita weiß: Fußballverein, Schützen, Feuerwehrwehr, Volleyballer – Ludwig Kerscher ist überall dabei.
- Neustart für das Jugendtagungshaus Geiselhöring: „Wir fordern die sofortige Sanierung und die Rückkehr zur Nutzung als modernes Bildungszentrum für unsere Jugendorganisationen und Schulen“, so das gemeinsame Statement von Ludwig Kerscher und Oskar Saller, SPD-Landratskandidat. Die Kreistagsfraktion engagiere sich schon lange für die Modernisierung und den Erhalt des Jugendtagungshauses, um diese wichtige Einrichtung für die Jugendarbeit (Seminare, Freizeiten) auf modernen Stand zu erhalten, wusste Saller zu berichten. Das Jugendtagungshaus in Geiselhöring stammt aus dem Jahr 1981 und rund 25 Jahre fanden dort für Jugendgruppen, Schulklassen, Ministrantengruppen und andere Teams Veranstaltungen wie Klassensprecherseminare, Jugendleiterschulungen oder internationale Freizeiten statt. „Eine Modernisierung und Erweiterung sind dringend geboten: Barrierefreiheit sowie Sanitäreinrichtungen in den Zimmern fehlen. Energetisch ist der Zustand des Gebäudes noch auf dem Stand der 90er Jahre“, so Ludwig Kerscher. Seit Dezember 2023 steht es der Jugendarbeit nicht mehr zur Verfügung und wurde zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft genutzt. „Jetzt wird es Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen“.
- In der Energiewende sieht Ludwig Kerscher Chancen für die Stadt – etwa in einer öffentlichprivaten Partnerschaft bei der Solarstromerzeugung und -speicherung. „Man müsste auf Investorensuche gehen. Ich bin sicher, es gäbe Interessenten.“